„Tief gespalten, aber geeint am Nationalfeiertag oder im Gedenken an die Anschläge vom 11. September.“ Dieser Gedanke stammt nicht aus den Medien, sondern von einem amerikanischen Schüler aus unserer Partnerklasse in Berrien Springs, Michigan, der dem Englisch Grundkurs Q1 amerikanischen Patriotismus erklärte.

In einer Zeit, in der wir oft nur von der Polarisierung in den USA hören, eröffnen solche authentischen Einblicke eine völlig neue Perspektive. Sie sind das Herzstück unseres deutsch-amerikanischen Austauschprojekts, das seit 2011 einen echten Dialog zwischen Jugendlichen ermöglicht.

Geplant und administriert durch die beiden Lehrkräfte Martina Westermann und John Vitek arbeiten die beiden Klassen in jedem Monat an digitalen Projekten, die sie in einem gemeinsamen Klassenblog austauschen. Hier wird Kultur lebendig und greifbar: Die Schüler hinterfragen kritisch und oft mit einem Augenzwinkern Stereotype, stellen in einer eigens kuratierten Spotify-Playlist die populärsten deutschsprachigen Songs vor und erklären sich gegenseitig die Feinheiten ihrer Lebenswelt – vom neuesten American Teenage Slang bis zur deutschen Tradition des ‚Kaffeetrinkens‘. Es ist ein geschützter Raum, in dem jede Frage gestellt werden darf und jede Antwort zählt.

Das Projekt ermöglicht es den Jugendlichen, hinter die Fassade von Klischees zu blicken und statt abstrakter Vorstellungen von „den Amerikanern“ oder „den Deutschen“ echte Menschen und individuelle Persönlichkeiten kennenzulernen. So entsteht ein Verständnis, das auf persönlicher Erfahrung beruht – und das bleibt.

Eine digitale Brücke über den Atlantik: Unser deutsch-amerikanisches Austauschprojekt